Einsätze
Um eine Aktualität der Einsatzberichte zu garantieren, übernimmt die Erstellung der Statistiken und Einsatzberichte die Pressestelle der Feuerwehr Frankfurt am Main.
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Brand des Höchster Hallenschwimmbades
Sachschaden ca. 20.000.000 DM
Am Montag den 25.12.1995 löste um 4:04 Uhr die automatische Brandmeldeanlage des Bezirksbades im Frankfurter Stadtteil Höchst aus. Nach nur vier Minuten waren die ersten Einheiten der Feuerwache 5 an der Einsatzstelle.
Zu diesem Zeitpunkt drangen bereits starke Rauchwolken aus dem Dach des Hallenbades. Der Kassen- und Cafeteriabereich im Foyer der Liegenschaft brannte in voller Ausdehnung. Die Glasfronten dieses 150 m2 großen Gebäudeabschnitts waren an mehreren Stellen links des Eingangs bereits zerstört und ein Flammenüberschlag auf die Fassadenverkleidung, eine Holzkonstruktion mit Schieferverblendung, hatte bereits erfolgt. Die stärkste Brandintensität war im Bereich des Foyers links neben der Brandmeldeanlage in Richtung der Umkleidekabinen. Aus diesem Bereich führte eine Treppe zu der im 1 OG. befindliche Sauna. Der Brand hatte die Holzteile der Treppe und die in diesem Bereich vorhandene abgehängte Holzbalkendecke ausgebreitet und nahm raschen Verlauf in Richtung Schwimmhalle. In der Schwimmhalle fanden die Flammen reichlich Nahrung an den Holzbindern der Dachkonstruktion. Die Glasscheiben zwischen Foyer und Schwimmhalle waren bereits geborsten und aus ihren Befestigungen gefallen. Die weitere Erkundung zeigte, daß der Brand im Foyer, Cafeteria mit Ausbreitung nach allen Seiten des Hallenbades die Folge eines bereits länger andauernden Brandes sein mußte und somit eine Ausbreitung auf weitere Gebäudebereiche zu erwarten war. Auf Grund dieser Erkenntnis wurde um 4.10 Uhr 2. Alarm und um 4.15 Uhr 3. Alarm ausgelöst.
Einsatzmaßnahmen: Von den Kräften des Löschzug 5 wurden 5 C und 1 B-Rohr zur Brandbekämpfung unter Atemschutz eingesetzt. Der eingeleitete Innenangriff mußte auf Grund der schnellen Brandausbreitung, der starken Hitzentwicklung und der Einsturzgefahr der abgehängten Holzbalkendecke im Bereich des Foyer abgebrochen werden. Zwei C-Rohre wurden im Außen- angriff links neben dem Haupteingang zur Brandbekämpfung im Bereich des Foyer eingesetzt. Ein weiteres C-Rohr wurde im rechten Bereich wirksam. Mit zwei C- und einem B-Rohr wurde der Brand im Bereich der Umkleidekabinen bekämpft. Um die unmittelbar an die Schwimmhalle angrenzende Markthalle zu schützen, wurde unter Verwendung der Leiterbühne 5 die Dachhaut des Hallenbades mit Motorsägen geöffnet und eine ca. 1 Meter breite Schneise geschnitten. Die Intensität des Brandes führte unterdessen zu einem gewaltigen Druckanstieg der Rauchgase im Halleninneren. Der Rauch drang aus jeglichen Gebäudeöffnungen. Der Zugführer des Löschzuges 5 erkannte die Situation und ordnete den Rückzug des eingesetzten Personal an. Sekunden nachdem die Feuerwehrkräfte das Gebäude verlassen hatten, kam es zu einem Flash-Over. Ein zweiter Flash-Over ereignete sich kurze Zeit später mit einer noch größeren Intensität. Die dadurch entstandenen Flammen erfaßten schlagartig die gesamte, thermisch aufbereitete Holzkonstruktion des Daches, sowie sämtliche brennbaren Materialien innerhalb der Schwimmhalle. Die vier inzwischen am Einsatzort eingetroffenen Löschzüge und Gruppen der Freiwilligen Feuerwehren wurden umfassend eingesetzt. Bis gegen 5.20 Uhr wurden im Außenangriff 13 C-, 3 B und 3 Wenderohre eingesetzt. Nachdem eine Einsturzgefährdung ausgeschlossen werden konnte, konnten die Einsatzkräfte zum Gebäudekern vordringen und die gefährdeten Hohlräume im Zwischendeckenbereich mit Mittelschaum fluten. Mit einem, über die Leiterbühne vorgenommene, C-Rohr konnte verhindert werden, daß sich der Band über die Dachkonstruktion der Schwimmhalle auf die Markthalle übergriff. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über Laut- sprecherdurchsagen der Polizei und Rundfunk aufgefordert Türen und Fenster geschlossen zu halten. Insgesamt waren zur Brandbekämpfung 18 C-Rohre, 4 B-Rohre, 3 Wenderohre sowie 2 Mittelschaumrohre eingesetzt. Von den eingesetzten Kräfte wurden 164 Atemschutzgeräte getragen. Insgesamt waren 125 Feuerwehrkäfte mit 37 Lösch- und Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Der Sachschaden wurde auf 20 Millionen Mark geschätzt.
Auch in Höchst gibt es Hochwasser
Es gab und gibt in fast allen Städten an Flussläufen mehr oder weniger schwere Hochwasser. Höchst allerdings ist weniger betroffen: Die Gründer der Stadt legten diese nicht ohne Grund auf den Mainberg, den die Mainfluten nicht erreichen können. In früheren Zeiten war jedoch der Liederbach nicht immer das Rinnsal, das es heute meist ist. Es gibt Berichte, die dies eindeutig ausweisen. Das Wasser stand mitunter bis knapp unter den Torbogen des Maintores. Heute ist eine solche Höhe zwar nicht mehr möglich (durch die Regulierung des Maines), trotzdem gab es seit 1970 sieben Hochwasser, die den Städten an Rhein, Neckar, Mosel und anderen Flüssen erhebliche Gefahren bescherten. Im Januar 1995 wurde gar der Katastrophenalarm ausgelöst. In Höchst steht bei Hochwasser regelmäßig das Mainufer, die Batterie, unter Wasser und bietet dann vielen Zuschauern einen schrecklich-schaurigen Anblick.
